Sprache und Musik im Hochtonbereich

Für die meisten Menschen vergeht kaum ein Tag ohne sie. Wir lassen uns beiläufig von ihr berieseln, geniessen sie aber auch bewusst und ganz zum Vergnügen. Sie ist Quell und gleichzeitig auch Frucht grosser Inspiration: Musik gibt es beinahe solange wie die Menschheit selbst und natürlich möchten auch Hörgeräteträger nicht auf ihr klangvolles Musikerlebnis verzichten – das müssen sie auch gar nicht, denn digitale Hörgeräte bieten modernste Technologien, mit denen der satte Klang und die Dynamik verschiedener Musikgattungen erhalten bleiben.

Inhaltsverzeichnis
  • Musikalische Hörakustik
  • Satter Klang und Facettenreichtum
  • Kabellos Musikhören über Hörgeräte

Herausforderung für die Wiedergabe von Musik

Die Herausforderung für die Wiedergabe von Musik über Hörgeräte liegt u.a. darin, auch die hohen Frequenzbereiche technologisch originalgetreue abbilden zu können. Sie bestimmen die charakteristische Klangfarbe, die Einzigartigkeit einer Komposition. Tonelemente im Hochtonbereich sind auch in Sprache enthalten, speziell bei Kinderstimmen. Bei einem Hörverlust, geht die Fähigkeit, diese Frequenzen wahrzunehmen, häufig zuerst verloren. Moderne Hörgeräte gleichen Hörminderungen im Hochtonbereich aus und machen diese Töne wieder hörbar. Was für ein verbessertes Sprachverständnis hilfreich ist, wirkt sich auch positiv auf das Musikhören aus.

Musikalische Hörakustik

Unter diesen Voraussetzungen hat sich ein spezieller Bereich in der Hörakustik herausgebildet: Die musikalische Hörakustik berücksichtigt den Klangcharakter der Hörgerätetechnik mit Bezug auf die musikalische Wiedergabe. Es ist das Spezialgebiet von Esther Rois-Merz. Über die junge Schweizerin, die die musikalische Hörakustik zu ihrem Beruf gemacht hat, haben wir bereits zuvor an dieser Stelle berichtet.
„Jedes elektronische Bauteil in einem Hörgerät kann den Klang auf seine Weise beeinflussen“, sagt sie. Das bedeutet: Dieselbe Musik – egal ob Klassik oder Popmusik – wird nicht über jedes Hörsystem gleich klingen.

Satter Klang und Facettenreichtum

Die grossen Hörgerätehersteller haben auf diese Herausforderung mit ganz unterschiedlichen Strategien zur Signalverarbeitung und speziellen Hörprogrammen reagiert. Das schweizerische Traditionsunternehmen Bernafon hat zur Wiedergabe hochfrequente Töne eine einzigartige technologische Lösung entwickelt, die auch im neuen Premium-Hörsystem Acriva 9 zum Einsatz kommt. ChannelFree verwertet eingehende Audiosignale als ein Ganzes, ohne sie in unterschiedliche Kanäle aufzuspalten. Vor allem Livemusik soll auf diese Weise ihren natürlichen und satten Klang behalten.

Einen ganz anderen Ansatz hat der dänische Hersteller Widex gewählt. Um die klangliche Vielfallt von Musik authentisch wiederzugeben, verwendet das neue High-End-Hörsystem Widex Dream die sogenannte True-Input-Technologie. Mit ihr lassen sich sehr leise und aussergewöhnlich laute Töne gleichermassen gut verarbeiten und verstehen. Denn die Verstärkung von Audiosignalen beginnt im Widex Dream bereits bei einem Eingangsvolumen von 17 Dezibel (dB) und reicht bis zu 113 dB. Zum Vergleich: Eine tickende Armbanduhr erzeugt rund 20 dB, während ein Symphoniekonzert gerade 110 dB erreicht.

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Kabellos Musikhören über Hörgeräte

Zusätzliche wird das Musikhören über die Hörgeräte auch noch aus anderer Richtung unterstützt: Digitale Hörgeräte können sich kabellos über Bluetooth und Funk mit modernsten Multimedia-Produkten verbinden. Beim Telefonieren, Fernsehen und Musikhören funktionieren die kleinen Hightech-Apparate zusätzlich wie vollautomatische Kopfhörer. Audiosignale können beidseitig und in Stereo-Qualität direkt über die Hörgeräte auf das Gehör übertragen werden. Die Freude und Begeisterung, die Esther Rois-Merz in ihrem Beruf verspürt, möchte sie angesichts dieser technologischen Möglichkeiten auch an Hörgeräteträger vermitteln: „Hören kann etwas Wunderschönes und Farbenfrohes sein! Man denke nur an den Genuss von Musik…“.